am Donnerstag, dem 16. Juni 2005, um 20 Uhr
führten wir
im Veranstaltungssaal der Stadtbücherei Altena einen FILMABEND ÜBER MOSAMBIK durch. Folgende Filme wurden gezeigt:
Carla, 12 Jahre, Maputo
Alltag eines Kindes und seiner Familie in Maputo
Autoren: Georg Burkart, Sigi Mutschler, Elena Doeleman
Dokumentation, 15 min.; Mosambik 1994, Mediengruppe Schrägspur e.V. mit Unterstützung der Schulpartnerschaftsgruppe der Anne-Frank-Hauptschule Lennestadt, der Kooperativen Gesamtschule Weyhe und des Dritte-Welt-Hauses Bielefeld .
Inhalt:
Nach einer kurzen Einführung mitgeographischen Angaben, Hinweis auf die koloniale Vergangenheit, Sprache,und Unabhängigkeitkeitskampf, die
Krieg(-sparteien)und das Friedensabkommen,schildert der Film das Alltagsleben der kleinen Carla und ihrer Familie in der HauptstadtMaputo - Der Gegensatz der Stadtviertel,das Arbeitsleben,der Schulalltag,das Marktgeschehen,ein gemeinsames Abendessen, die Wohnverhältnisse und anderes werden gezeigt.
Im Rhythmus der Strasse
Alltag eines kleinen Jungen aus Inhambane
Dokumentarfilm, Kurzfilm, 15 min.;Herkunft: Mosambik, 2000
Inhalt:
Adolfo ist ein schwarzer Junge aus Inhambane, der ältesten Stadt Mosambiks. Er lebt mit seiner Mutter, seinen beiden Schwestern und deren Kindern in einem alten Steinhaus. Da er ein sehr kleines Zimmer hat, verbringt er die meiste Zeit auf der Strasse. Dort trifft er Freunde, mit denen er auch abends in die Schule geht und sich überlegt, ob er nicht Lehrer werden sollte. Doch Adolfo spielt nicht nur - er hat auch einen Job. Da seine Mutter mit dem Straßenhandel mit Erdnüssen zu wenig verdient, arbeitet Adolfo als Fremdenführer: er trägt die Taschen der Touristen, verhandelt für sie auf dem Markt, übersetzt und führt sie durch die Straßen.
Kanimambo- wir sind stark
Ein Film über Straßenkinder
Kurzfilm, 18 min.; Herkunft: terre des hommes, 1999
Inhalt:
Oswaldo ist eines von vielen mosambikanischen Straßenkindern. Im Rahmen des von terre des hommes unterstützten Projekts "Kanimambo" konnte er die Schule besuchen und ein Ausbildung zum Schreiner abschließen. Heute lebt er wieder bei seiner Familie und trägt dazu bei, deren Lebensunterhalt zu sichern. Der Film zeigt an vielen Beispielen, dass Hilfe zur Selbsthilfe möglich ist.
Kampf ums Wasser
(A guerra da água) Hier geht es um das Grundbedürfnis "Wasser"
Autor:
Licinio Acevedo ;
Dokumentarfilm, 31 min., geeignet ab 12 Jahren,
Deutsch untertitelt
Herkunft:
Mosambik, Ebano Multimédia, 1969/1999, 1999 Österreichische EZ - BAOBAB
Inhalt:
Wenn der Regen ausbleibt, beginnt der Kampf ums Wasser. Die Frauen stehen stundenlang Schlange für einen Eimer Wasser. Fällt die Pumpe aus, weil sie defekt oder der Brunnen leer ist, rennen die Frauen zur nächsten Pumpe, wo sie sich wieder ganz hinten anzustellen haben. Übernachtet wird beim Brunnen, sonst geht der Platz in der Reihe verloren. Wessen Eimer erst am Abend gefüllt wird hat die Wahl: noch einmal im Freien zu übernachten und die Familie warten zu lassen oder in der Dunkelheit nach Hause zu gehen und zu riskieren, von einer Schlange gebissen oder von Skorpionen gestochen zu werden. In diesem Film spielen mosambikanische Frauen ihr eigenes Leben. Auf eindrucksvolle Weise erhält man Einblick in den mühevollen Alltag dieser Menschen.
Auf Moderation/Kommentare wurde größtenteils verzichtet. Der Film veranschaulicht durch Bezug auf eine spezielle Familie. Der Vater ist bei der Jagd im Busch, weshalb die Mutter ihre Kinder allein zu Hause lassen muss, um Wasser zu holen. Als sie endlich einen Eimer erkämpft hat, macht sie sich noch in der Nacht auf den Heimweg. Bei Tagesanbruch erreicht sie das Haus und ihre Familie ist zunächst versorgt, bis sie erneut große Strapazen auf sich nehmen muss - für den nächsten Eimer Wasser.)
Leider reichte die Zeit nicht mehr den letzten geplanten Film zu zeigen - "Zwischen Traum und Wirklichkeit" / Das Experiment Schule der Freundschaft - dass soll bei einem nächsten Filmabend nachgeholt werden.
Das Altenaer Partnerschaftsprojekt Ancuabe Mosambik e.V. konnte am 10. November 2005 einen besonderen Gast begrüßen.
Bischof Ernesto Maguengue aus Pemba / Mosambik war auf Einladung des KoordinierungsKreises Mosambik nach Deutschland gekommen und hatte den Anlaß einer Veranstaltung in Altena genutzt, bereits zwei Tage früher als geplant anzureisen.
Der Vortrags- und Diskussionsabend in der Burg Holtzbrinck zum Thema "Wer kriegt was? - Antworten des Glaubens auf Armut, Rücksichtslosigkeit und Gewalt" wurde von der Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung des Märkischen Kreises und dem Synodalen Friedensausschuss des Evangelischen Kirchenkreises Iserlohn durchgeführt. Pfarrer Fritz-Günter Held hielt das Referat, in dem er die Position und Arbeit der evangelischen Kirche zum Thema Armut ,Gewalt , Rassismus und Rücksichtslosigkeit darstellte.Dabei zog er eine Verbindung vom weiteren Auseinanderdriften der Kluft zwischen Armut und Reichtum in Deutschland und in der Welt und den wirtschaftlichen Abläufen in der Globalisierung, die eine kapitalistische Liberalisierung des Marktes fördern ohne die sozialen Belange der Menschen und den notwendien Schutz der Umwelt zu sehen. Auf dem Hintergrund des Evangeliums und der kirchlichen Stellungnahmen rief er zu aktiver Auseinandersetzung mit diesen Themen und öffentlicher Einmischung auch in unserer Region auf.
Bischof Maguengue ging auf die Gründe der Armut in Mosambik ein und forderte zu lebhafterem Austausch zwischen den Kulturen auf .Er machte deutlich, dass seiner Meinung nach beide Seiten dabei gewinnen würden. Sein Land würde von dem Knowhow der Deutschen Mitarbeiter, von den immer noch anerkannten deutschen Tugenden, wie Disziplin und Fleiss profitieren, während die Deutschen Gäste von den Mosambikanern wieder Lebensfreude und Lebensmut lernen könnten.
Dies war auch der Tenor der Gespräche am Vormittag des 10.11. mit dem Altenaer Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und am Mittag desselben Tages mit dem Superintendenten des Kirchenkreises Iserlohn, Herrn Albert Henz und Diakon Voss, sowie am Rande der Abendveranstaltung mit Dechant Mezger. Maguengue betonte gegenüber Henz, dass er sich für seine Diözese eine Ausweitung der bestehenden Kontakte wünsche und dazu ermutigen möchte, dass junge Leute, Zivildienstleistende, aber auch Studenten oder junge Berufstätige nach Pemba kommen , um dort mit den Mosambikanern zu arbeiten, sie mit ihren Kenntnissen und Fähigkeiten zu beraten und dabei ihren Horizont zu weiten und die Offenheit , Fröhlichkeit und Zuversicht zu lernen, die Mosambikaner trotz enormer Probleme und Schwierigkeiten noch immer ausstrahlen können.
Superintendent Henz lobte die Aktivitäten des Partnerschaftsprojektes und bestätigte auch von seiner Seite, dass eine Vermehrung und Vertiefung der Kontakte wünschenswert sei und versprach, die Wünsche Maguengues weiter zu geben und vor allem die Jugendreferenten auf die Möglichkeiten des Austauschs hin zu weisen.
Auch die anderen Gespächsteilnehmer waren von dem Engagement des mosambikanischen Bischofs beeindruckt und wünschten Erfolg bei den Bemühungen um Ausweitung der Kontakte zum Nutzen beider Seiten. Das Partnerschaftsprojekt weist darauf hin, dass es auf der Website des KoordinierungsKreises Mosambik www.kkmosambik.de unter dem Thema "Wege nach Mosambik" viele Hinweise und Ratschläge gibt, wie solche Praktika und Arbeitsaufenthalte in Mosambik zu verwirklichen sind.

Besuch von Bischof Maguengue bei Büürgermeister Dr. Andreas Hollstein
Mit freundlicher Genehmigung von Klaus Maliga
Die letzte Jahreshauptversammlung fand am Montag, den 8. November 2004, um 20 Uhr in der Gaststätte Pizzeria Overbeck, Kirchstr. 38 statt
Vom 9.11.05 bis 12.11.05 war der Bischof von Pemba Ernesto Maguengue in Altena, um an der Veranstaltung des Synodalen Friedensausschusses des evangelischen Kirchenkreises Iserlohn und der Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung des Märkischen Kreises zum Thema "Wer kriegt was? - Der Schalom-Auftrag der Kirche und Antworten des Glaubens auf Armut Rücksichtslosigkeit und Gewalt" am 10.11. in der Burg Holtzbrinck teilzunehmen. Die Gäste wurden zum Herbstseminar des KKM (11.-13.11.05 - Religion und Armuts-bekämpfung) eingeladen . Leider mußte Herr Obede Baloi kurzfristig absagen.
Mit Herrn Maguengue wurde ein Treffen beim Bürgermeister und eine Zusammenkunft (Mittagessen ) mit Herrn Superintendent Henz und Diakon Georg Voss im Lennestein durchgeführt. Am Nachmittag konnte kurzfristig noch eine Messe im Krankenhaus organisiert werden. Als Dolmetscher für die Abendveranstaltung konnte Virgilio Uamusse aus Burbach gewonnen werden. Beim Bürgermeister dolmetschte Frau Christiane Mintenbeck aus Neuenrade und beim Mittagessen Herr Bartof vom St. Vinzenz Krankenhaus.
Zu Beginn der Veranstaltung wurde unser Projekt kurz vorgestellt und am Schluß eine Sammlung für Ancuabe durchgeführt , die 141,40 € erbrachte. Bischof Ernesto Maguengue setzte sich in den Gesprächen hauptsächlich für einen lebhafteren Austausch zwischen den Menschen in Mosambik und der Bundesrepublik ein. Er wünschte sich vor allem, dass junge Menschen Praktika und Arbeitsaufenthalte, evtl. Zivildienst, in Mosambik durchführen , aber auch dass Studenten speziell der Agrar- und Forstwissenschaften nach Cabo Delgado kommen. Spezialisten dieser Branche werden in seiner Diözese Pemba (= Cabo Delgado) gebraucht. Er denkt auch an rüstige Rentner dieser Sparten, die ihr Know-how zur Verfügung stellen könnten. Er ist sich sicher, dass die Christen in Deutschland von den Mosambikanern wieder Lebensfreude und Lebensmut lernen könnten. In Deutschland nimmt er trotz Reichtum viel Resignation und negative Lebenseinstellungen wahr.
Altena, den 14.11.2005
Ursula Rinke